Dr.med.Frank Kämmler

Ganzkörpervibrationstherapie

  • Ganzkörpervibrationstherapie (Foto: Privat)

Die Ganzkörpervibrationstherapie hat ihren Ursprung in der sowjetischen Weltraumforschung. Hier konnte mit Vibrationstraining der Muskel-und Knochenschwund deutlich reduziert werden. Im Spitzensport dient das Vibrationstraining der Mobilisierung von Kraftreserven und der Regeneration nach dem Wettkampf. Innerhalb der medizinischen Behandlung und Trainingstherapie eröffnet die Ganzkörper-Vibration eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten.

Wirksamkeit der Ganzkörpervibrationstherapie (WBV) bei Osteoporose und Rückenschmerz

Verschiedene Studien zur Wirksamkeit der Ganzkörpervibrationstherapie mit entsprechenden Großgeräten haben deren Wirksamkeit nachgewiesen, auch wenn nicht alle Erwartungen erfüllt wurden:

  • die Wirkung sowohl auf die Schmerzen im unteren Rücken als auch auf (die Verringerung des) Sturzrisikos ist hochsignifikant. WBV (Ganzkörpervibrationstherapie) scheint eine wertvolle Ergänzung für die symptomatische Behandlung von Schmerzen im unteren Rücken und erhöhtem Sturzrisiko bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose zu sein. (Quelle: E.Seidel et al.: „Multizentrische, randomisierte Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit der Ganzkörper-Vibration als Add-on zur pharmakologischen Standard-Behandlung von Osteoporose bei Frauen nach der Menopause)
  • Knochengesunde Ernährung und osteoporosespezifische Medikation alleine reichen nicht aus. Es werden zusätzlich mechanische Reize benötigt, die die Dehnungsreize auf Knochen- und Muskelzellen erhöhen und somit einen Knochenum- und aufbau stimulieren können: nur durch eine Erhöhung der Knochenmineraldichte und Verbesserung der Muskelleistung und -koordination kommt es zur entscheidenden Senkung des Frakturrisikos.Intensives und dauerhaftes Training (Kraft- und Propriozeptionstraining) ist für einen osteoanabolen Effekt und die Reduktion von Stürzen und Frakturen notwendig.
  • Mit WBV-Training können signifikante Therapieeffekte (weniger Stürze, mehr Muskelkraft und -leistung und Knochenmasse) auch bei älteren Erwachsenen mit kurzen Trainingszeiten erzielt werden (Quelle: A.Winkelmann et al: „Innovatives Muskeltraining bei Osteoporose“)
  • Ganzkörpervibrationstraining stabilisiert das Skelett insbesondere durch Aktivierung und Koordinierungsschulung der Haltemuskulatur. Sie zu trainieren, schützt vor Bandscheibenvorfällen und Rückenschmerzen.

Wirksamkeit der Ganzkörpervibrationstherapie zur Gewichtsreduktion

Gewichtsreduktion läßt sich insbesondere durch Ausdauertraining erzielen. Die Ganzkörpervibrationstherapie kann dabei eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Vibrationstraining hat den Vorteil, dass es Muskeln anspricht, die durch willkürliche bzw. bewusste Steuerung nicht erreicht wird. Das betrifft ca. 40% der menschlichen Muskulatur. Durch die Ganzkörpervibration werden diese in das Training einbezogen. Das gibt Muskelkater an Stellen, von denen man vorher nicht einmal wusste, dass sich dort Muskeln befinden.

Langfristig und in Kombination mit Ausdauertraining kann beim Ganzkörpervibrationstherapie beim Abnehmen helfen.

Vibrationstraining bei Parkinson-Erkrankung

Sportwissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass ein Ganzkörpervibrationstraining die Symptome bei Parkisonerkrankung vermindern, die Muskulatur stärken und die Koordination verbessern kann. (Quelle: Heiko Gaßner: „Biomechanische Diagnostik der posturalen Stabilität und deren Trainierbarkeit durch ein mehrwöchiges kontrolliertes Vibrationstraining bei Patienten mit Morbus Parkinson“)

Eigene Anwendungsbeobachtungen bestätigen o.g. Aussage.

Einsatzmöglichkeiten der Vibrationstherapie in der Orthopädischen Praxis

  • Rückenübung Vibrationsplatte (Foto: Privat)
  • Osteoporose
  • Rückenschmerzen
  • Verspannungen
  • Inkontinenz
  • Sportartspezifisches Training
  • Gewichtsreduktion in Ergänzung zum Ausdauertraining
  • Parkinsonerkrankung

Wann sollte keine Vibrationstherapie in der Praxis durchgeführt werden?

  • Schwangerschaft
  • Frische, tiefe Beinvenenthrombose
  • Akuter arterieller Verschluss der Bein- und oder Beckenarterien
  • Aktuelle Gelenkimplantate (jünger als 6 Monate) in trainierten Körperregionen
  • Aktuelle Osteosynthese (6 Monate nach Knochenbruch OP)
  • Akute Entzündungen des Bewegungsapparats, aktivierte Arthrose (z.B. der Kniegelenke) oder Arthropathie z.B. bei geschwollenen Gelenken
  • Akute Sehnenentzündungen in trainierten Körperregionen
  • Akute Hernien (Gewebebrüche)
  • Akutes bandscheibenbedingtes Rückenproblem
  • Frische Frakturen (Knochenbrüche) in trainierten Körperregionen
  • Steinleiden von Gallen- und ableitenden Harnwegen
  • Nach Operationen und bei frischen Wunden und Narben in den trainierten Körperregionen bzw. wenn die Wundheilung noch nicht vollständig abgeschlossen ist
  • Rheumatoide Arthritis
  • Epilepsie aufgrund sekundärer Verletzungen
  • IUD (Verhütung mit Spirale)

Gerätetechnische und personelle Voraussetzungen

Das in unserer Praxis eingesetzte Gerät SinfoMed Vibe ist zertifiziert und speziell für die Arztpraxis entwickelt. Es bietet größtmögliche Sicherheit für Praxis und Patienten. Seine Besonderheit sind vertikale Vibrationsschwingungen, die für die Induzierung von Knochenwachstum durch vertikale Biegebelastungen besonders empfehlenswert sind.

Ihr individueller Gesundheitszustand ist unser Maß der Dinge. Das Trainingsprogramm findet 2x wöchentlich statt und wird speziell auf Ihre Bedürfnisse und Voraussetzungen abgestimmt. Qualifizierte Arzthelferinnen begleiten und betreuen Sie. Zusätzlich erhalten Sie ein individuell abgestimmtes Hausübungsprogramm, das Sie zur Verbesserung des Trainingsergebnisses 2-3x wöchentlich durchführen

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