Dr.med.Frank Kämmler

Erfolgsaussichten Akupunktur

Bild: imaginando/fotolia.com
  • Zunächst ist es sinnvoll, sich darüber klar zu werden, daß orthopädische Erkrankungen ursächlich auf Störungen der Funktion (z. B. Muskelverspannung) und Störungen der Struktur (z. B. stark verengter Wirbelkanal mit eingeschränkter Gehstrecke) einhergehen können. Dazwischen gibt es eine große Zahl von Abstufungen, gemischt aus funktionellen und strukturellen Störungen (z. B. Schulterbeschwerden bei beginnenden oder mittelgradigen degenerativen Veränderungen).
  • Akupunktur kann funktionelle Störungen oder Prozesse positiv beeinflussen, die Struktur kann nicht verändert werden
  • Je ausgeprägter der Anteil struktureller Veränderungen an den Beschwerden ist, desto mehr verschlechtern sich die Erfolgsaussichten
  • Beispiel: Rückenschmerz: muskulär bedingt (Verspannungen, Triggerspunktschmerzen) > Bandscheibenprolaps > Arthrose (Wirbelgelenksarthrose ohne deutliche Nervenkanalverengung) > fortgeschrittene Spinalkanalverengung
  • Durch ergänzende Heilverfahren lassen sich die Erfolgsaussichten verbessern. In unserer Praxis kommen folgende Naturheilverfahren zum Einsatz:
  1. chinesische Akupunktur-Wärmelampe
  2. pulsierende Schröpftherapie (sanfte Schröpfmassage)
  3. Kinesiotaping
  4. Elektrostimulation (TENS)
  5. Quellgastherapie
  • Kinesiotaping und Quellgastherapie sind generell, pulsierende Schröpftherapie außer als Ergänzung bei Kniearthrose, keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Da die Kosten moderat sind, scheuen Sie sich bitte nicht danach zu fragen.
  • Für die Akupunktur sollten Sie sich Zeit nehmen. Innere Ruhe und Ausgeglichenheit sind immer hilfreich. Kommen Sie wenn möglich nicht schon gestresst zur Behandlung und lenken Sie sich während der Behandlung nicht mit Handynachrichten ab. Ein Ausklingen oder Nachruhen nach der Behandlung ist ebenfalls sinnvoll. Auf sportliche Aktivitäten sollte am Behandlungstag verzichtet werden.
  • Auslösende Ursachen für die Beschwerden sollten ebenfalls konsequent vermieden werden. Beispiel: Ein ständig geneigter Kopf führt zur Überlastung der Halswirbelsäule. Muskelverspannungen und Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich sind die Folge. Untrainierte Rückenmuskeln begünstigen den sogenannten Handynacken. Unser Kopf, der eine Masse von sechs Kilo besitzt, lässt bei einer Neigung von 15 Grad nach vorn schon eine zusätzliche Kraft von 13 Newton auf den Rücken wirken. Der Blick auf das Handy erfordert jedoch meist einen Winkel von mehr als 45 Grad. Das wären etwa 25 Newton. Eine Halskette mit einem Wägestück von 2,5 kg könnte diese Belastung simulieren. Hält diese Haltung über mehrere Stunden an, etwa beim Lesen eines E-Books und Arbeiten am Tablet oder Smartphone, werden Muskeln, Sehnen und Bandscheiben erheblich strapaziert und die Halswirbelsäule wird überlastet. Das kann zu dauerhaften Muskelverhärtungen, Schmerzen und Fehlstatik führen.

(Quelle: orthinform)

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